Generation Alleskönner

"Ich will mehr sein."

Wissen ist Macht, jedoch dieses Wissen auch anwenden zu können macht dich unbezahlbar. Ich wurde hineingeboren in der Generation Y, dutzende Artikel ranken sich bereits im Web über uns. Jedoch jedes Mal, wenn ich einen dieser Artikel gelesen habe wurde ich enttäuscht, denn ich denke unsere Generation kann man nicht einfach in einen Pappkarton packen und ein Ettikett drauf kleben.

Von uns wird viel erwartet.

Klimawandel stoppen, Energiewende, Finanzkrise aufhalten, Rohstoffknappheit, perfekte Lebensläufe und man sollte am Besten direkt nach dem Studium am besten die Erfahrung von einem 50-Jährigen haben.

Das Abitur ist nicht mehr viel wert, jeder erwartet fast von einem studiert zu haben und ohne Studium siehts schlecht für dich aus auf dem Jobmarkt. Dafür lernen wir bis zum Umkippen, erfinden lustige Geschichten um uns den Stoff besser merken zu können und in einem halben Jahr ist alles wieder vergessen.

"Die Studenten damals hätten sich so ein Bachelor Studium nicht gefallen lassen.", ist ein Zitat aus einem Zeitungsartikel der mir hängen geblieben ist. In der Tat das hätten sie nicht. Studieren war damals etwas Besonderes, heute ist es quasi ein Muss. 
Ob wir uns privat mehr mit einem Thema befassen wollen oder nicht - interessiert nicht. Die Zeit ist knapp und in dieser Zeit muss so viel Wissen wie Möglich in den Studenten reingepumpt werden. Manchmal kommt es einem so vor - als gäbe es für den Dozenten nur sein Fach, wir sollten am Besten dutzende Bücher ohne Zeit lesen und generell sollten wir einen Nebenjob direkt an den Nagel hängen genauso wie unseren Schlaf. Schlaf ist unwichtig, Freizeit überbewertet.

Nicht das mich jemand falsch versteht, ich liebe es zu studieren, ich liebe mein Fach und ich würde mich gerne mehr mit allen Themen befassen dutzdende Bücher lesen und das Wissen anwenden.
Jedoch muss ich und jeder andere Student wohl zugeben, das geht nicht.

Prioritäten setzten

Wir müssen Prioritäten setzten. Wir hetzen von einer Abgabe zu Anderen, versuchen uns die bisschen gebliebene Freizeit einzuteilen, um nicht komplett durchzudrehen.
Denn wir wollen den Anforderungen gerecht werden, mag sein das die Generation '69 eine Revolte gestartet hätte bei diesen Konditionen, doch zu dieser Zeit waren die Anforderungen anders. Sie hatten Zeit zu disskutieren, sich mit den Inhalten zu beschäftigen oder auch einfach ihre Freizeit zu genießen. Wir, die Generation Y, denken an die Zukunft und versuchen dem begrenzten Weg gerecht zu werden.

Dennoch in eine Kiste passen wir nicht.

Das ist nur eine Sicht auf die Welt, es gibt dutzende Weitere. Denn in uns allen pocht dieses Gefühl mehr sein zu wollen, etwas zu revolutionieren oder einfach nur auszubrechen.
Wir sind innerlich Weltverbesserer, aber ob wir diese Seite jemals ausdrücken steht in den Sternen geschrieben.

Arbeit muss für Spaß machen, erfüllend und abwechselungsreich sein.
Zumindest denken, die meisten meiner Altersgenossen so (es gibt sicherlich auch Andersdenkende) jedoch suchen wir diese eine Stelle die uns erfüllt und machen dafür auch gerne mal mehrere Ausbildungen hintereinander. Im Endeffekt sind solche Stellen rar gesäht und manche landen auf Arbeitsstellen, die sie innerlich auffressen. Denn eigentlich hatten sie sich das ganz anders vorgestellt, sie wollten doch die Welt ändern!

Ich höre oft dass wir nicht belastbar sind, jedoch sind wir das wirklich nicht oder tragen wir ganz einfach eine andere Last?  Kann unser jetztiges System uns, der nächsten Generation noch gerecht werden? Oder haben wir ganz andere Werte im Leben und es verdient eine Generalüberholung?

Eure Gedanken:

  1. Schöner Text. Sehr gut, dass du darauf eingehst, dass die Generationsbeschreibung nicht auf jeden passt. Das ist sehr wichtig. Allerdings gibt es doch Gemeinsamkeiten, die sich nicht leugnen lassen. Die Wertvorstellungen der Mehrheit gehören dazu.
    Und da kommt meiner Meinung nach die Belastung ins Spiel.
    Ich denke, wir sind wirklich einfach anders belastet als die Generationen vor uns. Die Sorge um die Zukunft ist ausgeprägter und allgegenwärtiger. Manche reagieren mit Ignoranz und machen nur das, was ihnen Spaß macht und andere versuchen diese Sorgen zu besiegen und arbeiten sehr zielorientiert. Aber die Sorge um das, was mit uns, mit der Welt und der Gesellschaft passieren wird, die schlummert in jedem von uns. Stärker, als in den Generationen vor uns.

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    1. Danke :D freut mich sehr das dir der Text gefällt!

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  2. Wirklich interessante Gedanken zu dem Thema. Wir haben uns gerade im Politik-Unterricht damit auseinandergesetzt und sind auch zu dem Schluss gekommen, dass man diese Generation nicht einfach in eine Kategorie pressen kann. Einige Artikel zu dem Thema finde ich wirklich grausam. Einmal las ich, dass die "Ypsiloner" alle einfach zu eingebildet seien, da man uns im Kindesalter vermittelt hätte etwas besonderes zu sein. Ich halte das ehrlich gesagt für Quatsch. In jeder Generation gibt es Menschen die arrogant sind und solche, die es nicht sind.
    Natürlich lassen sich einige Aspekte auf die gesamte Generation anwenden z.B. die Werte nach denen diese Generation lebt, aber wie die einzelnen Menschen mit den Werten umgehen, ist wiederum etwas ganz anderes.
    Anneke ♥

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