Das Geheimnis von Werbung

Die erste Werbung geht auf ägyptische Händler zurück, die damals erste „Werbeplakate“ für ihre Ware aufhängten. Heutzutage werden wir wissentlich oder unwissentlich ständig mit Werbung berieselt. Fast könnte man behaupten: „Wir leben im Zeitalter der Werbung“. Ob Plakatwerbung, Bewerbungsgesprächen oder auch diesem Blogbeitrag wollen wir Interesse auf ein bestimmtes Thema lenken und den Betrachter beeinflussen. 

Persönlich finde ich Werbung und ihre Auswirkungen auf den Menschen spannend, denn wer weiß wie das Prinzip von Werbung funktioniert, kann gezielt lenken. Inspiriert zu diesem Thema haben mich alte Werbefilme auf YouTube, die wir heute mit Garantie auslachen, denn es ist so offensichtlich, dass uns etwas verkauft werden soll. Früher hingegen war das den Menschen nicht bewusst, was bedeutet das Werbung bei uns noch einen Schritt weiter gegangen ist, denn sie stellt eine „perfekte“ realistische Alltagsszene nach und dreht sich nicht mehr - nur um Produktpreisung. (z.B. Palmolive-Spülmittel)

Wieso ist Werbung erfolgreich? 


Werbung bedient sich unseres Unterbewusstseins und unserer gesellschaftlichen Verknüpfungen (Erfahrungen) gezielt – sodass uns im Endeffekt unbewusst eine Erinnerung zurück bleibt, auf die wir bei der Wahl unserer Produkte zurückgreifen.
Dieses Phänomen der Unterbewussten Verknüpfung, wurde vom russischen Wissenschaftler Iwan Pawlow entdeckt, der seine Entdeckung auf den Namen „Pawlowscher Hund“ taufte. Der Grund? Er führte das Experiment zusammen mit seinem Hund durch. Jedes Mal bevor er ihm etwas zu fressen gab, ließ er eine Glocke läuten - welche an sich ist ein neutraler Reiz ist, der mit dem natürlichen Reiz „Fressen“ nichts zu tun hat.

Er konditionierte den Hund und bald schon fing er an Speichel zu produzieren, sobald Pawlow nur die Glocke klingelte ohne ihm etwas zu Fressen zu geben. 
Sein Unterbewusstsein hatte nun den neutralen Reiz „Glocke“ mit dem Reiz „Fressen“ verknüpft und genau das Gleiche passiert auch in unserem menschlichen Hirn bei Werbung. Ein neutraler Reiz wird an einen emotionalen/überlebenswichtigen Reiz gekoppelt und wir verknüpfen beispielsweise schreiende Postboten und die Farbe Orange mit Zalando.

Farben der Schlüssel der Bildsprache 

Orange – die Farbe der Apfelsine, Wüste, Sonnenuntergänge, Wärme etc. und eben auch die Farbe von Zalando. Quasi mit jeder Farbschattierung ist es möglich beim Menschen dutzende Assoziationen hervor zu rufen, jede Kombination beeinflusst uns erneut. Unser menschliches Auge ist in der Lage über eine Milliarden Farbschattierungen zu unterscheiden mithilfe von Farbzäpfchen im Auge, die auf die Farben Grün, Blau und Rot reagieren. Licht trifft dabei auf unsere Retina und die Nervenimpulse werden je nach Erregung in eine Farbe interpretiert und mit unserem vorhandenen Wissen abgeglichen.

Daher gibt es keine Farbe, die bei uns kein Gefühl weckt, unser Hirn sorgt für die nötigen Verknüpfungen! 
Die Farbe Rot gilt dabei als Signalfarbe und wird von uns bevorzugt wahrgenommen, da unsere Gehirnaktivität bei Betrachtung steigt. Allerdings ist es nicht immer vorteilhaft rot zu nutzen, da mit dieser Farbe auch negative Verknüpfungen auftreten und es hängt vom beworbenen Produkt ab z.B. passt sie wunderbar zu Pasta-Werbung, allerdings macht sie sich auf einem Friedensplakat nicht so gut (es sei denn es will Passanten schocken und auf den blutigen Krieg hinweisen).

Schnell erfassbare Formen

Heute sind wir so überfrachtet mit visuellen Eindrücken, weswegen der Trend zurück zu den Wurzeln geht - der einfachen, schnell erfassbaren Form. Unser Hirn mag schnell Erfassbares und daher greifen die meisten Logos auf prägnante Formen zurück. Auch bei Fernsehwerbung wird bei der Aufnahme darauf geachtet nur wichtige Details hervorzuheben und nicht gleich einen Raum, sondern nur gewisse Details zu beleuchten und scharf zu stellen. Ansonsten würde unser Hirn eine Überfrachtung mit Details erleben, die dem vorgestellten Produkt nicht zu Gute kommen würden.

Farben im Alltag gezielt einsetzen

Irgendwann beschäftigt sich jeder von uns mit dem Thema Bewerbung. Der erste Eindruck von euch muss schon beim Aufschlagen eurer Bewerbungsunterlagen geschehen. Stellt euch vor ihr seid ein gelangweilter Mitarbeiter, der dutzende gleich aussehende Bewerbungen durchblättern muss. Der Mensch kann von Natur aus nichts mit Monotonie anfangen, also wieso nicht mit eurer Bewerbung einen Teil eurer Persönlichkeit präsentieren und mit Farbe und Formen arbeiten?

Das Gleiche gilt für euer Bewerbungsgespräch manipuliert euren Gesprächspartner gezielt mit Farbe, jedoch wählt eine für euch branchenrichtige, denn ein rotes Kleid kommt vielleicht bei einem Designerjob gut an, jedoch bei einem Vorstellungsgespräch als Sekretärin könnte das falsche Verknüpfungen wecken… Ich mag jetzt nicht zu sehr ins modische abschweifen, denn es gibt dutzende Fashionblogger, die sich schon mit diesem Thema auseinander gesetzt haben.

Ich hoffe euch hat mein Artikel zu diesem Thema gefallen, ich überlege momentan noch einen Artikel zu Bewerbungsunterlagen und ihrer grafischen Aufbereitung zu Schreiben und dann eventuell einige Layouts zum Download anzubieten. Gute Idee oder soll ich das lassen? Besteht Interesse?

Eure Gedanken:

  1. Werbung finde ich ebenfalls extrem spannend. Es ist oft gar nicht so einfach gekonnt und gezielt zu werben. Mir fällt es zu mindest schwer. Besonders wenn das eigene Angebotene umfangreich ist und alles irgendwie zusammen hängt.

    An sich habe ich kein Problem mit Werbung, was mich jedoch stört, ist die Tatsache dass sie unsere Einstellung und Wahrnehmung manipuliert. Das hat zur Folge, dass viele Menschen der Meinung sind, z,B, ein perfektes Leben führen zu müssen bzw. daran glauben Perfektion und Makellosigkeit wären normal.

    Es scheint mir so als könnten immer weniger Menschen zwischen Werbung und Realität unterschieden. Diese beiden Welten scheinen zu einer zu verschmelzen. Nicht besonders erheiternd oder?

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    1. Nein erheiternd ist das ganz bestimmt nicht :) und schon gar nicht die personalisierte Werbung. Wir werden zum reinen Konsummenschen erzogen. Und das Werbebild der Perfektion und Makellosigkeit, wie du sagtest, wird zu unserem Alltag.

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