Warum Weihnachten für mich immer mehr seinen Glanz verliert

Archiv 2012
Als Kind fand ich Weihnachten toll, die Geschenke, das Zusammensein mit der Familie und die ganzen Gerüche. Mittlerweile verliert Weihnachten Jahr für Jahr, für mich gesehen, immer mehr seinen Glanz. Ich will nicht sagen, dass ich es komplett abschreibe, aber mit dem älter werden habe ich immer mehr hinter die Fassade der heilen Welt gesehen.

Weihnachten wird bekanntlich immer als Fest der Nächstenliebe beschrieben, für mich ist Weihnachten zu einem Fest des Konsums geworden. Jeder fühlt sich genötigt, jedem etwas zu schenken und kauft was das Zeug hält - auch wenn man eigentlich gar keinen Plan hat oder gar nichts schenken will. Sicher, es spricht nichts dagegen jemandem mal eine Freude zu machen, zwanghaft schenken allerdings halte ich für unsinnig. Meistens ist es eh ein Griff daneben, sinnnvoller wäre dann etwas zu schenken was der Andere vielleicht brauchen kann.

Im Gegensatz zu früher erwarte ich heute kein Geschenk mehr, ich brauche es schlichtweg einfach nicht. Ich wäre genauso glücklich mit Nichts, als wie mit Geschenk. Auch wenn ich die Geste dahinter sehe - nur manchmal steckt auch Zwang dahinter. Kommt sowas dann noch von Herzen?

Vermutlich finden einige von euch das vielleicht unverständlich, aber ich mache mir nicht viel aus Materiellem. Es ist nur da um gebraucht zu werden, wenn ich sterbe, gehe ich eh mit leeren Taschen.

Nächstenliebe nur zum Fest?

Zweitens habe ich bemerkt, das vielen Weihnachten das Herz vorrübergehend aufgeht. Sie spenden was das Zeug hält, aber über das ganze Jahr verwandeln sie sich in einen Eisklotz. Wieso denn nur an Weihnachten? Wieso nicht das ganze Jahr? Die Welt könnte viel positiver aussehen, wenn die Herzen das ganze Jahr offen blieben und trotzdem wäre genug da.

Im Alltag jedoch bekommen wir das nicht mit, wir sind viel zu beschäftigt um unser Überleben zu kämpfen.
Ja - zu kämpfen! Ohne Ellenbogen und Verkaufstalent läuft heute nichts mehr. Traurig, aber wahr. 
Manche bleiben so auf der Strecke, dürfen schauen wo sie bleiben und wenn's ganz schlimm kommt, sich schon mal mit Thermoschlafsack ausrüsten.

Eure Gedanken:

  1. Ich bin überhaupt nich in Weihnachtsstimmung. Weniger wg. dem Konsum, sondern.. einfach so :-)

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  2. Vielleicht ist uns Weihnachten immer weiter weg gerückt. Oder es ist umgekehrt so, dass wir uns von Weihnachten entfernt haben. Natürlich ist es am schönsten, wenn man ein Kind war. Die besorgte Überlegung, ob das Christkind mit den Geschenkwünschen klargekommen war, denn es hatte eindeutig eine Menge zu tun an diesem Tag. Der schön glitzernder Weihnachtsbaum, und in manchen Kugeln konnte man sich spiegeln und hatte dann eine Riesennase. Und dann der Heiligabendnachmittag, der so fürchterlich langsam dahinschlich wie die faule Nachbarskatze. Die Decke, die vor die verglaste Wohnzimmertür gehängt wurde, und nicht allergeringsten Spalt für einen neugierigen Blick frei ließ. Das kleine Glöckchen, wenn das Christkind durch das Wohnzimmer gerauscht war. Das alles gibt es nicht mehr für uns, aber das liegt vielleicht nicht daran, dass jetzt 2014 ist, sondern dass wir nicht mehr 4 sind. Es war vor Jahrzehnten auch schon kommerziell. Nur hat man damals bei QUELLE eingekauft und nicht bei amazon. Wenn man erwachsen geworden ist oder auch keine Kinder hat, dann funktionieren irgendwann die Verzauberungen nicht mehr, die ganzen Kleinigkeiten, aus denen Weihnachten ganz bestimmt besteht. All das hat man mit den Jahren verloren, aber vielleicht, wenn man sich anstrengt, erinnert man noch ein wenig daran. An das schöne helle, gelbe Licht am 1. Weihnachtstag, das sich langsam mit dem Duft des Weihnachtsbraten mischt, und man ist so glücklich darüber, die ganzen Geschenke noch immer vorzufinden und man das alles nicht geträumt hat. Und dann, ja dann bekommt vielleicht doch eine kleine Weihnachtsstimmung.

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  3. Finde ich schade, dass Weihnachten für dich immer mehr an Glanz verliert!

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  4. Ich entziehe mich vollkommen dem Stress, der Panik und dem Konsum an Weihnachten. Meine Familie und ich rennen vollkommen in die gegensätzliche Richtung. Das fängt mit kleinen Dingen an. Wir verwenden z.B. kein Geschenkpapier sondern greifen auf Zeitungspapier zurück. Ebenso verhält es sich mit den Geschenken.

    Es wird entweder selbst gemachtes verschenkt oder wirklich der Bedarf gedeckt. Daraufhin kann es schon einmal passieren, dass Geschenke im Voraus oder im Nachhinein geliefert werden. Je nach Bedarf. Sinnlose Geschenke á la Hauptsache ein Geschenk gibt es nicht. Und im Falle des Falles verschenken wir Zeit.

    Die Menschheit macht sich selbst unglücklich und merkt es nicht. Die Erwartungen sind zu meist viel zu groß und unrealistisch. Daraufhin brechen sie sich jedes Jahr selbst das Herz. An Silvester wiederholt sich das Spiel.

    Der höhte Konsum ist ebenfalls ein Faktor der Unglücklichkeit. Wenn ich sehe wie voll die Einkaufswägen sind blutet mir das Herz. Die meisten sind an einem von diesen beiden bzw. drei Tagen eingeladen. An einem anderen geht man zum essen oder bestellt gar Pizza aufgrund der eigenen Trägheit/Faulheit. Am Ende landet vieles im Müll. Meiner Meinung nach hat dies ebenfalls eine starke Auswirkung auf das Gefühlsleben. Es ist vielen nur nicht bewusst.

    Besonders schade finde ich es, dass in vielen Familien Würstel und Kartoffelsalat auf den Tisch gestellt werden. Das mag daran liegen, dass ich so ein Essen an Weihnachten selbst nie gesehen oder erlebt habe. Für mich ist dieses Gericht weder liebevoll noch harmonisch. Viel mehr, lieblos und hastig. Mir fehlt die Mühe und der Aufwand.

    Ich kann deine Einstellung gegenüber Weihnachten sehr gut verstehen. Trotzdem solltest du Weihnachten nicht gleich an den Nagel hängen, sondern vielleicht einfach nur eine andere/eigene Form finden und ausleben.

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    1. Bin ganz deiner Meinung :)
      Und bis jetzt habe ich es noch nicht ganz an den Nagel gehangen, nur die passende Form habe ich auch noch nicht gefunden...

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  5. Ich freue mich auf deinen nächsten Beitrag. Was wird dir auch dieses Mal durch den Kopf gehen? :-)

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  6. Du sprichst mir aus dem Herzen! Nur durch mein Kind ist Weihnachten für mich noch ein wenig zauberhaft, aber sonst fühle ich mich auch zu oft genötigt jedem irgendwas zu schenken!
    Ich wünsche dir viele Besucher am heutigen Kommentiertag!
    Liebe Grüße aus Brandenburg
    Jana und Aimee von Jaimees Welt

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